Anne Berres
Konferenzdolmetschen


Was ist Konferenzdolmetschen?


Die verschiedenen Dolmetscharten lassen sich in zwei Modi unterteilen: Konsekutivdolmetschen und Simultandolmetschen. Da das Dolmetschen höchste Konzentration erfordert, arbeiten Dolmetscher stets in Teams. Die Teamstärke hängt von der Dauer der Veranstaltung und der Komplexität des Themas ab, aber auch davon, ob verschiedene Sitzungen parallel in unterschiedlichen Räumlichkeiten stattfinden und wie eng die Tagesordnung gestrickt ist.



Konsekutivdolmetschen

Beim Konsekutivdolmetschen hört der Dolmetscher einer Rede oder einem Redeabschnitt zu, macht sich währenddessen Notizen mit einer speziell erlernten Notizentechnik, und gibt die Rede oder den Redeabschnitt im Anschluss in der anderen Sprache wieder. Der Vorteil dieses Modus ist, dass hier keine Konferenztechnik benötigt wird – der Dolmetscher kommt lediglich mit seinem Notizblock aus. Der Nachteil ist allerdings, dass abgesehen von der Redezeit des Redners auch die Redezeit des Dolmetschers mit einkalkuliert werden muss. Der Programmpunkt zieht sich somit deutlich in die Länge. Da die Zuhörer verständlicherweise keiner Rede oder Verdolmetschung in einer Sprache lauschen möchten, derer sie nicht mächtig sind, werden sie schnell ungeduldig.


Dieser Dolmetschmodus eignet sich deswegen für festliche Tischreden, kurze politische Ansprachen oder zweisprachige Verhandlungsrunden.



Simultandolmetschen

Beim klassischen Simultandolmetschen arbeiten Dolmetscher in einer schallisolierten Kabine, über die sie den Saalton empfangen. Wir dolmetschen das Gesagte, während der Redner spricht, und das Publikum empfängt die Verdolmetschung über Kopfhörer. Dies ist zeitsparender als Konsekutivdolmetschen und auch angenehmer für den Zuhörer. Diese Art des Dolmetschens wird z. B. bei mehrsprachigen Fachkongressen eingesetzt. Der Dolmetscher kann in der Kabine zwischen verschiedenen Audiokanälen hin und her schalten, weswegen er problemlos in beide Sprachrichtungen dolmetschen kann, falls z. B. eine Rückfrage aus dem Publikum gestellt wird.


Manche Veranstaltungsorte sind bereits mit Dolmetschkabinen ausgestattet, die den Vorgaben der maßgebenden ISO- und DIN-Normen entsprechen. Ist dies nicht der Fall, können portable Kabinen aufgestellt werden. Gerne hole ich für Sie ein Angebot von einem zuverlässigen Konferenztechnikanbieter ein, sodass Ihr Veranstaltungsort bestmöglich ausgestattet und von einem qualifizierten Konferenztechniker betreut wird.


Wenn Sie Ihren Veranstaltungsort noch nicht festgelegt haben, dann achten Sie am besten direkt bei dessen Auswahl darauf, dass ausreichend Platz für die Dolmetscherkabinen und den Arbeitsplatz des Technikers vorhanden ist.


Auch beim Flüsterdolmetschen findet eine zeitgleiche Übertragung des Gesagten statt, mit dem Unterschied, dass der Dolmetscher hier nicht in einer schallisolierten Kabine arbeitet, sondern sich direkt im Raum des Geschehens befindet und in ein drahtloses Übertragungsmikrofon spricht. Die Zuhörer folgen über ihre Kopfhörer mit Funkempfänger der Verdolmetschung. Diese Art des Dolmetschens hat gegenüber dem Simultandolmetschen mit Kabine allerdings viele Nachteile und ist nur bei Szenarien zu empfehlen, bei denen keine Kabine aufgestellt werden kann, da man mobil bleiben muss, so z. B. bei Werksführungen. Die benötigte Technik hierfür, eine Personenführungsanlage (PFA), muss ebenfalls gebucht werden.